Urlaubsverfahren in der Bauwirtschaft

Nach dem Bundesurlaubsgesetz ist der gesetzliche Urlaubsanspruch in seiner Entstehung und Dauer grundsätzlich
abhängig von der Beschäftigungszeit des Arbeitnehmers im einzelnen Betrieb. Ein zusammenhängender Urlaubsanspruch entsteht demnach erst nach sechs Monaten Tätigkeit beim selben Arbeitgeber.

Im Baugewerbe würde der gewerbliche Arbeitnehmer angesichts der häufig anzutreffenden kurzen Beschäftigungszeiten vielfach nur einen Urlaubsanspruch von wenigen Tagen oder auch gar keinen Anspruch auf Urlaub erwerben. Der Arbeitgeber müsste in diesen Fällen eine Urlaubsabgeltung zahlen. Wenn ein Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate bestand, müsste der Arbeitgeber sogar den vollen Jahresurlaub abgelten.

Um diese sowohl für den Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer negativen Folgen zu vermeiden, ist der Urlaub im Baugewerbe branchenbezogen geregelt.

Wechselt der Arbeitnehmer den Arbeitgeber, wird der Urlaubs- anspruch nicht abgegolten. Er wird, bei einer weiteren Beschäftigung im Baugewerbe, auf das nächste Arbeitsverhältnis übertragen und kann dort in Anspruch genommen werden.

Die UKB/SOKA-BAU führt deshalb für jeden baugewerblichen Arbeitnehmer ein Arbeitnehmerkonto, auf dem Urlaubsansprüche für einen zusammenhängenden Urlaub angespart werden. Der letzte Arbeitgeber, bei dem der Arbeitnehmer seinen Urlaub beantragt, gewährt den Urlaub, egal ob dieser bei ihm oder bei früheren Bauarbeitgebern erworben wurde, und zahlt die Urlaubsvergütung aus. Die ausgezahlte Urlaubsvergütung bekommt der Arbeitgeber von der UKB erstattet.

0