Aktuelles


01.01.2010
Sozialkassenverfahren wird ab Januar 2010 in erheblichem Umfang vereinfacht

Das Sozialkassenverfahren wird in erheblichen Umfang modernisiert.
Bereits im November 2009 richtete SOKA-BAU Wiesbaden ein Kunden-Service-Center ein und optimierte viele interne Abläufe zum Vorteil der Kunden. Ansprechpartner für die Bauarbeitgeber in Bayern bleibt dabei selbstverständlich auch weiterhin die UKB.

Mit dem zum 01.01.2010 in Kraft tretenden neuen Tarifvertrag für das Sozialkassenverfahren (VTV) wurde mit den Tarifvertragsparteien die Grundlage für zahlreiche weitere Vereinfachungen und Serviceverbesserungen geschaffen.

Im Überblick:

  • Wegfall der ZVK-Beitragsmeldung ab Meldemonat Januar 2010
  • Reduzierung der Zahlungsvorgänge durch Saldierungs- möglichkeit der Beitrags- und Erstattungsforderungen
  • Angebot eines Lastschriftverfahrens für Beiträge
  • Zahlung von Sozialkassenbeitrag und Winterbeschäftigungs-Umlage in einer Summe
  • Modernisierung von Versicherungs- und Ausbildungsnachweisen
  • Direktversand von Arbeitnehmerkontoauszügen und Nachweisen durch UKB bzw. SOKA-BAU
  • Elektronische Meldungen per Internet auch ohne Baulohnprogramm
  • Elektronisches Postfach

Die Vereinfachung des Meldeverfahrens im Einzelnen

Die bislang gesondert abzugebenden ZVK-Beitragsmeldungen für gewerbliche Arbeitnehmer und damit die von Bauarbeitgebern vielfach kritisierte doppelte Meldepflicht entfallen. Künftig genügt die Abgabe der arbeitnehmerbezogenen Meldungen, bei denen die Summe der einzelnen Bruttolöhne die Grundlage für den Sozialkassenbeitrag bildet.

Die Notwendigkeit einer monatlichen Beitragsmeldung für Angestellte in den alten Bundesländern entfällt ebenfalls. Ab Januar 2010 genügt es, den Angestellten bei SOKA-BAU an- bzw. abzumelden sowie Änderungen in den persönlichen Daten mitzuteilen. Aus diesen Beschäftigungsdaten ergeben sich die unverändert zu berechnenden Beiträge für die Zusatzversorgung.

Erstmals für den Meldemonat Januar 2010 muss somit keine gesonderte Beitragsmeldung mehr erfolgen. Die bisherigen Beitragsmeldekarten erhalten Sie für das Jahr 2010 deshalb nicht mehr.

Die bisherige Ausbildungsnachweiskarte für Auszubildende entfällt, die Meldesystematik wird modernisiert. Nach der Anmeldung eines neuen Auszubildenden durch eine Kopie des Ausbildungsvertrags bestätigt SOKA-BAU dem Ausbildungsbetrieb künftig die registrierten Daten unter Angabe der Erstattungszeiträume mittels eines Schreibens. Die Bestätigung dient auch zur Vorlage für die Teilnahme an überbetrieblichen Ausbildungsmaßnahmen.

Wenige Tage später erhält der Auszubildende direkt von SOKA-BAU ebenfalls eine Bestätigung der registrierten Daten einschließlich seiner Arbeitnehmer-Nummer. In den folgenden Monaten ist lediglich die Änderung der gemeldeten Daten, die gezahlte Ausbildungsvergütung, wenn dafür eine Erstattung beantragt wird, und der Urlaub im Auslernjahr zu melden. Schließlich ist das Ende des Ausbildungsverhältnisses unter Angabe des Grundes (Abbruch oder Abschluss, Wechsel des Ausbildungsbetriebs) und ggf. eine Weiterbeschäftigung zu melden. Nach der Ausbildung erhält der Auszubildende direkt von SOKA-BAU eine Bestätigung der gemeldeten Ausbildungszeit und des Urlaubsanspruchs im Auslernjahr.

Die monatlichen Meldungen der Daten, insbesondere der gezahlten Ausbildungsvergütungen, durch den Betrieb erfolgen entweder wie bisher automatisch mittels eines zugelassenen Baulohnprogramms oder mit der neuen Anwendung zur Meldung per Internet (siehe unten).

Für eine kurze Übergangszeit wird zunächst noch die bisherige Ausbildungsnachweiskarte zur Verfügung gestellt.

Auch das bisherige Versicherungsnachweisheft für Angestellte in den alten Bundesländern entfällt und wird durch ein modernisiertes Meldesystem ersetzt. Einmal jährlich (zeitgleich mit den Arbeitnehmer-Jahreskontoauszügen für gewerbliche Arbeitnehmer) oder nach einer Abmeldung erhält der Angestellte direkt von SOKA-BAU eine Bescheinigung über die gemeldeten Beschäftigungszeiten. Für die Meldung der Angestellten-Beschäftigungszeiten 2009 gilt noch die bisherige Verfahrensweise

Betriebe, die nicht über ein von SOKA-BAU zugelassenes Baulohnprogramm verfügen und deshalb noch per Meldeschein an SOKA-BAU melden, können künftig ebenfalls papierlos ihre Meldungen elektronisch übermitteln. Im Internetportal von SOKA-BAU steht hierzu ab Februar 2010 eine neue Anwendung (MINT) zur Verfügung, mit der alle erforderlichen Meldungen für gewerbliche Arbeitnehmer, Auszubildende und Angestellte erfasst werden können. Der Beitrag wird automatisiert ermittelt und angezeigt. Alle Daten können per Mausklick an SOKA-BAU übertragen werden. Dabei werden für gewerbliche Arbeitnehmer die Vormonatswerte online als Grundlage zur Verfügung gestellt. Der neue Service wurde von Praxisanwendern bereits erfolgreich getestet und ist einfach und schnell einsetzbar. Die Dialogmasken orientieren sich am Aufbau der bekannten Meldeformulare. Ergänzt wird das Angebot durch die Freischaltung eines elektronischen Postfachs (siehe unten). Wie bei allen Internet-Anwendungen wird auch hier auf die Datensicherheit selbstverständlich größten Wert gelegt.
Fordern Sie jetzt schon Ihre Zugangsdaten an unter der neuen kostenlosen Service-Nummer 0800 1200 111. Sie finden das Anmeldeformular auch unter MINT.

Mit dem elektronischen Postfach im Internetportal von SOKA-BAU können alle Betriebe Schreiben und Informationen von UKB und SOKA-BAU, beispielsweise Erstattungsbenachrichtigungen, jederzeit abrufen. Falls Ihr Unternehmen für diesen Service noch nicht freigeschaltet ist, weil noch keine Zugangsdaten für diese Internet-Anwendung angefordert wurden: Nutzen Sie das Serviceangebot und fordern Sie die Zugangsdaten an unter 0800 1200 111.

Der jährliche Versand der Arbeitnehmer-Jahreskontoauszüge wird von der UKB bzw. SOKA-BAU bereits im Frühjahr 2010 direkt an die gewerblichen Arbeitnehmer erfolgen, so dass der bisherige Aufwand in den Betrieben für die Weiterleitung dieser Auszüge an die Beschäftigten komplett entfällt.
Die Betriebe erhalten zuvor eine Information über die gemeldeten Daten, um bei Bedarf noch Korrekturen melden zu können

Die Vereinfachungen des Beitragseinzugs im Einzelnen

Ab sofort können Sie sich die getrennte Überweisung von Sozialkassenbeitrag und Winterbeschäftigungs-Umlage sparen. Eine zusammengefasste, einzige monatliche Zahlung genügt - die Aufteilung erfolgt automatisch bei SOKA-BAU.
Bitte verwenden Sie bei zusammengefasster Zahlung von Beitrag und Winterbeschäftigungs-Umlage folgende Bankverbindung:

Landesbank Hessen-Thüringen
Frankfurt/Main (BLZ 500 500 00)
Konto-Nr. 16 900 003

Einzugsstelle für den Sozialkassenbeitrag ist ab dem 01.01.2010 nicht mehr die ZVK, sondern die ULAK. Diese zieht – auch für Zeiträume vor dem 01.01.2010 - zugleich mit den ULAK-Beiträgen die Beiträge der ZVK für die Zusatzversorgung in den alten Bundesländern, die Beiträge der Gemeinnützigen Urlaubskasse des Bayerischen Baugewerbes (UKB) sowie die Beiträge der Sozialkasse des Berliner Baugewerbes (Soka-Berlin) ein.

Eine Überweisung über die DZ-Bank ist nicht mehr möglich. Bitte verwenden Sie ab sofort die Bankverbindung der Landesbank Hessen-Thüringen.

Noch mehr Komfort bietet Ihnen die neue Möglichkeit, Ihren Beitrag und die Winterbeschäftigungs-Umlage ab sofort per Lastschrift von SOKA-BAU einziehen zu lassen. Hierfür benötigt SOKA-BAU lediglich eine unterschriebene Einzugsermächtigung. Ein Formular finden Sie hier.

Ebenfalls ab sofort bieten wir bzw. SOKA-BAU Ihnen an, die Beitragsforderungen eines Meldemonats mit etwaigen Erstattungsforderungen für gezahlte Urlaubs- oder Ausbildungsvergütungen des gleichen Monats zu saldieren, wenn die Meldungen bereits vor dem 15. des Folgemonats vollständig vorliegen. Einen Saldo zu unseren Gunsten (Beitrag ist höher als die Erstattung) ziehen wir bzw. SOKA-BAU, wenn gewünscht, im Lastschriftverfahren ein. Ein Guthaben (Erstattung ist höher als der Beitrag) wird zeitnah auf Ihr Konto überwiesen. Voraussetzung für diese Saldierungen ist natürlich, dass keine Beitragsrückstände bestehen.

Beispiel:

Ein Baubetrieb meldet zum 07.02.2010 im Januar 2010 gewährten Urlaub in Höhe von 3.000,00 EUR. Aus den gleichzeitig gemeldeten Bruttolöhnen ergibt sich eine Beitragsforderung in Höhe von 4.500,00 EUR. Die Lohnzahlungen sind erfolgt, die Meldungen sind vollständig und es bestehen keine Beitragsrückstände. Am 15.02.2010 zieht SOKA-BAU nur noch den Differenzbetrag in Höhe von 1.500,00 EUR per Lastschrift ein.

Wenn Sie die beschriebene Saldierungsmöglichkeit künftig nutzen möchten, können Sie dies auf dem Formular für die Einzugsermächtigung einfach ankreuzen.
Für eine Saldierung ohne Lastschrifteinzug finden Sie hier ebenfalls ein Formular.

VTV als PDF-Download:

Tarifvertrag über das Sozialkassenverfahren
im Baugewerbe (VTV)
Download

Service

Tarifvertrag über das Sozialkassenverfahren
im Baugewerbe (VTV)
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