Mindesturlaubsvergütung (MUV)

Die Tarifvertragsparteien der Bauwirtschaft haben mit Wirkung ab 1. Januar 2013 die Urlaubsvergütung für gewerbliche Arbeitnehmer bei Arbeitsausfällen ohne Lohnanspruch neu geregelt. Hintergrund hierfür sind Änderungen der Recht-
sprechung, insbesondere des Europäischen Gerichts-
hofes. Deshalb wurde § 6 der Bayerischen Urlaubsregelung dahingehend geändert, dass eine Mindesturlaubsvergütung für Arbeitsausfälle ohne Lohnanspruch in folgenden Fällen besteht:

  • Unverschuldete Arbeitsunfähigkeit infolge von Krankheit (ohne Entgeltfortzahlung)
  • Ausfallstunden im Zeitraum vom 01.12. bis 31.03. mit Bezug von Saison-Kurzarbeitergeld ab der 91. Ausfallstunde


Höhe der Mindesturlaubsvergütung

Die Mindesturlaubsvergütung beträgt derzeit für jede Ausfallstunde 13,68 % des zuletzt entstandenen Bruttostundenlohnes.


Berechnung des Stundenlohnes

Der Stundenlohn wird aus dem vom Arbeitgeber gemeldeten Bruttolohn und den lohnzahlungspflichtigen Stunden errechnet. Eventuell enthaltende Urlaubsvergütungsbeträge, Einmalzahlungen sowie Urlaubsstunden werden dabei nicht berücksichtigt.

  • Für Ausfallstunden aufgrund Krankheit wird in der Regel der Bruttolohn des Monats als Berechnungsbasis verwendet, in dem die Entgeltfortzahlung endet.
  • Für Ausfallstunden aufgrund Saison-Kurzarbeitergeldes wird in der Regel der Bruttolohn des Monat November als Berechnungsbasis herangezogen.


Entstehung des Anspruches auf Mindesturlaubsvergütung

  • Der Anspruch auf die Mindesturlaubsvergütung für Ausfallstunden wegen Krankheit ohne Entgeltfortzahlung entsteht im laufenden Monat und wird dem Arbeitnehmerkonto sofort nach Abgabe der Monatsmeldung gutgeschrieben.
  • Der Anspruch auf die Mindesturlaubsvergütung für Ausfallstunden wegen Saison-Kurzarbeitergeld ab der 91. Ausfallstunde entsteht nach Ablauf des Schlechtwetterzeitraumes (1. Dezember bis 31. März). Dieser Urlaubsanspruch wird dem Arbeitnehmerkonto nach Abgabe der Meldung für den Monat März gutgeschrieben.
  • Die Ansprüche auf Mindesturlaubsvergütung erhöhen den Urlaubsanspruch, der sich aus dem Bruttolohn ergibt.


Verfall der Ansprüche auf Mindesturlaubsvergütung

Der Urlaubsanspruch für Ausfallstunden wegen Krankheit hat eine Gültigkeit von 15 Monaten nach dem Entstehungsjahr.

Beispiel:

Der Urlaubsanspruch 2015 aus Ausfallstunden wegen Krankheit besteht bis zum 31. März 2017 gegenüber dem Bauarbeitgeber.

Nach dem 31. März 2017 ist dieser Anspruch endgültig verfallen.

Ein Anspruch auf Entschädigung gegenüber der UKB besteht hierfür nicht!

Der Urlaubsanspruch aus Ausfallstunden wegen Saison-Kurzarbeitgergeld (ab der 91. Ausfallstunde) besteht, wie auch der Anspruch aus Bruttolohn, im laufenden Kalenderjahr und im Folgejahr gegenüber dem Bauarbeitgeber.

Beispiel:

Der Urlaubsanspruch aus Bruttolohn und Ausfallstunden wegen Saison-Kurzarbeitergeld besteht im Jahr 2015 und im Jahr 2016 gegenüber dem Bauarbeitgeber.
Im Jahr 2017 besteht gegenüber der UKB der Anspruch auf Entschädigung, sofern diese Ansprüche durch Beiträge finanziert sind.

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