Aktuelles


08.08.06
Aktuelle tarifliche Änderungen zum 01.06.2006 - Urlaubsverfahren

Mit Tarifvertrag vom 19. Mai 2006 wurde die Urlaubsregelung für die gewerblichen Arbeitnehmer im Baugewerbe in Bayern in folgenden Punkten geändert.

§ 4 Urlaubsantritt

Die Ziffer 2 wurde dahingehend ergänzt, dass der aus dem Vorjahr übertragene Resturlaub vor dem im laufenden Kalenderjahr erworbenen Urlaub zu gewähren ist, soweit hierfür eine Urlaubsvergütung nach § 5 erworben wurde.

Hintergrund:

Die Ausgleichsbeträge für Urlaubsvergütung sind seit dem 1. Januar 2006 entfallen. Dadurch können Ausfallzeiten, in denen der Arbeitnehmer keinen Bruttolohn erzielt, im Jahresverlauf deutliche Schwankungen bei dem so genannten Tagessatz – der Urlaubsvergütung je Urlaubstag – verursachen.
In Einzelfällen kann es dazu kommen, dass ein Arbeitnehmer zwar Urlaubstage, aber keine Urlaubsvergütung erwirbt. Ist ein Arbeitnehmer beispielsweise dauerhaft während eines gesamten Kalenderjahres erkrankt, so erwirbt er Urlaubstage, da auch diese Zeiten als Beschäftigungstage gelten. Der Arbeitnehmer erwirbt in dieser Zeit aber keine Ansprüche auf Urlaubsvergütung, da kein Bruttolohn gezahlt wird.
Die Tarifvertragsparteien des Bayerischen Baugewerbes haben dieser Situation durch die vorgenannte Tarifvertragsänderung Rechnung getragen.

Die Ziffer 3 – Regelung Winterausfallgeld-Vorausleistung wurde ersatzlos gestrichen.

Hintergrund:

Durch die Einführung des Saison-Kurzarbeitergeldes entfällt die Regelung der Winterausfallgeld-Vorausleistung.

§ 5 Urlaubsvergütung

In Ziffer 2 Absatz b ist der letzte Absatz wie folgt formuliert worden:
Zum Bruttolohn gehören nicht das tarifliche 13. Monatseinkommen oder betriebliche Zahlungen mit gleichem Charakter (z.B. Weihnachtsgeld, Jahressonderzahlung), Urlaubsabgeltungen gemäß § 7 und Abfindungen, die für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses gezahlt werden.

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